Heidi Stroh
Biographie
· Schauspielerin
· Sängerin
· Künstlerin
* 10.02.1941
† 18.04.2026
Heidi Stroh wurde am
10. Februar im Stern-
zeichen Wassermann in
Jena geboren.
Bereits als Kind erhielt sie Ballettunterricht.
Ihre Eltern, Harry und Margaretha Stroh,
führten eine Schule für Gesellschaftstanz.
Auf ihren Wunsch hin absolvierte Heidi Stroh
zunächst eine Ausbildung zur Zahnarzt-
assistentin.
Einige Jahre lebte sie in Rom, wo sie Gesang
studierte. In den Jahren 1962/1963 stand sie
als Soubrette auf den Bühnen der legendären
Theater „Teatro Sistina“ und „Teatro delle Muse“.
1965 drehte sie in Italien an der Seite von
Vittorio Gassman ihren ersten Spielfilm.
Den endgültigen Durchbruch schaffte Heidi
Stroh 1967 mit dem Kultfilm „Mahlzeiten“
unter der Regie von Edgar Reitz.
Als Muse des Jungen Deutschen Films
wurde sie über Nacht zum deutschen Lein-
wandstar. Der Film erhielt beim Internationalen
Filmfestival von Venedig einen Sonderpreis,
und Heidi Stroh galt als aussichtsreiche
Anwärterin auf den Goldenen Löwen.
Es folgten zahlreiche Hauptrollen in inter-
nationalen Kinofilmen und Fernsehproduk-
tionen, darunter „Lena Christ“, „Blauer Engel“,
„Kressin und die Frau des Malers“ (Tatort),
die preisgekrönte französische
Fernsehserie „Au Plaisir de Dieu“ sowie
„Der Stoff, aus dem die Träume sind“
und viele weitere Produktionen.
Zwei große internationale Chancen blieben ihr
jedoch verwehrt. Die Hauptrolle im James-Bond
Film „Feuerball“ konnte sie krankheitsbedingt
nicht übernehmen.
Auch der berühmte Regisseur Federico Fellini,
der Heidi Stroh unter allen deutschen Schau-
spielerinnen für eine Rolle ausgewählt hatte,
musste schließlich auf ihre Mitwirkung ver-
zichten. Aufgrund einer Termin-überschnei-
dung zwischen den Dreharbeiten und ihrer
vertraglich vereinbarten Konzertreihe im
Hilton Hotel München kam die Zusammen-
arbeit nicht zustande. Beide Seiten bedauerten
dies sehr. Federico Fellini ließ Heidi Stroh
einen persönlichen Brief zukommen,
in dem er sein Bedauern ausdrückte.
Neben Film, Fernsehen und Theater ent-
wickelte sich die Musik zu ihrer zweiten
großen Leidenschaft.
Mit Titeln wie „Er hat mich geliebt“,
„Keinen Helden, keinen Hero“ und
weiteren Produktionen begeisterte sie ein
neues Publikum und gewann zahlreiche
Musikfreunde hinzu.
Mit ihrer unverwechselbaren Stimme,
oft beschrieben als „Samt und Eis“, verstand
es Heidi Stroh, ihr Publikum zu berühren
und in ihren Bann zu ziehen.
Ein besonderes Anliegen war ihr der Tierschutz.
Mit großem Engagement setzte sie sich gegen
das grausame Robbenschlachten ein und
entwarf sogar das Logo für diese Aktion.
In den letzten Jahren ihres Lebens widmete
sich Heidi Stroh intensiv einer weiteren
großen Leidenschaft: dem Studium der Vita-
mine und ihrer Wirkung auf den Menschen.
Sie plante, ihre Erkenntnisse in einem
Buch zu veröffentlichen.
Dieses Vorhaben konnte sie jedoch nicht mehr
vollenden.
Im Dezember 2025 musste Heidi Stroh Ab-
schied von ihrem langjährigen Lebensgefähr-
ten Wolfgang Bluthardt nehmen. Dieser
schwere Verlust überschattete ihre
letzten Lebensmonate.
Heidi Stroh verstarb am 18. April 2026 im
Alter von 85 Jahren in ihrem Zuhause in ihrer
Wahlheimat Ligurien in Italien.
Mit ihr verlor die Film- und
Musikwelt eine außergewöhnliche
Schauspielerin, Sängerin und Künstlerin,
deren Werke, Stimme und Persönlichkeit
unvergessen bleiben werden.